Wüsten und OASEN - Festgottesdienst zum 20. OASE-Gottesdienst

Sand, Kamele und eine Palme begrüßten die Gottesdienstbesucher des 20.Oasegottesdienstes im Eingangsbereich des Stiftshofes - der Jubiläumsgottesdienst stand unter dem passenden Motto "Die Wüste lebt - über Wüsten und Oasen in unserem Leben". Über 60 Menschen fühlten sich von diesem Thema angesprochen und haben an diesem besonderen Gottesdienst teilgenommen.
Vielleicht weil sie auch gerade eine Wüstenzeit erleben oder hinter sich haben und in einer Oase Schutz und Stärkung gefunden haben. Wüstenzeiten sind Teil unseres Lebens, so Frau Pfarrerin Beate Kobler in ihrer Festpredigt.

Wüsten sind Lebenszonen, in denen die Extreme herrscht: extreme Hitze, extreme Trockenheit, extreme Kälte, endlos scheinende Weite, endloser Horizont, endlose Wege. In Wüsten scheint es kein Leben zu geben. Sie fordern uns heraus, bringen uns an unsere Grenzen, sie lassen uns (ver-)zweifeln. Doch die Wüste lebt - nach einem heftigen Regen blüht sie in den schönsten Farben, ihre Oasen sind Wasserquellen, die uns vor dem Verdursten und Verhungern bewahren. "Leben aus der Quelle des Lebens" - der Liedtext weist uns darauf hin, dass es für Christen eine nie versiegende Quelle des Lebens in den Wüstenzeiten unseres Lebens gibt, das ist unser Glaube, das ist die Bibel.

Im Oasegottesdienst ist der Name Programm - der Gottesdienst am Sonntagnachmittag soll eine Oase für unseren Glauben sein, ein Ort der Begegnung, des Auftankens, des Nachdenkens über unseren Glauben und zentrale Fragen unseres Lebens.

Der 1. Oasegottesdienst stand unter dem Motto "Wieso Gott?? Wieso Gott!!"
Seit September 2010 hat der Mitarbeiterkreis von OASE 3 bis 4mal jährlich einen Oase-Gottesdienst
organisiert. Die Themen sind vielfältig und aus dem Leben gegriffen - über Mobbing, über Glück, über
Stress, über die Stärke der Schwachen, ob Christen töten dürfen, über das Zweifeln bis zu "Die
Wüste lebt" wurde in den 20 Oasegottesdiensten gepredigt. Für die Predigt wird immer ein besonderer
Gast eingeladen und der ganze Gottesdienst von den Liedern über die Dekoration, das Anspiel bis zum kleinen Imbiss im Anschluss an den Gottesdienst stehen unter dem Predigtthema. Das macht den Oasegottesdienst zu einem besonders intensiven Gottesdienst, zu einer besonderen Oasezeit. Dazu laden wir alle interessierten und suchenden Menschen herzlich ein.


Marina Schnabel

Ein Blick zurück voll Dankbarkeit - Gottes Spur in meiner Zeit

Am 11.10.2015 war in unserem OASE-Gottesdienst Schwester Dorothee Grupp aus Aidlingen zu Gast. Ihr schwungvoller Impuls nahm uns mit auf eine Reise durch veschiedene Perspektiven auf unser Leben. Woran denken Sie, wenn es heißt: "Mein Leben liegt vor mir". Ist die Person, die das sagt alt oder jung? Die meisten denken an die Jugend, deren Leben noch vor ihr liegt. Es kann aber auch heißen, dass ein älterer Mensch zurückblickt, auf sein Leben schaut und sagt: "Mein Leben liegt (ausgebreitet) vor mir."

Schwester Dorothee ließ unseren  Blick auf unser Leben vor uns schweifen und hatte dafür verschiedene Brillen mitgebracht, die wir so im Laufe unseres Lebens tragen. Das kann vielleicht die Brille sein, die mir vermittelt "ich bin unwichtig", oder "alles perfekt machen", oder "oh, was bin ich neidisch". Jede/r von uns hat wohl schon einige dieser Brillen aufgehabt. Das ging auch dem kleinen Hirtenjungen David so, der das jüngste von acht Geschwistern war und die Arbeit bekam, die keiner machen wollte. Aus diesem Hirtenjungen wurde später ein König und er verfasste viele Psalmen über sein Leben und Erleben mit Gott. Vor allem sein Psalm 103 ermutigt uns, die grüne "Brille der Dankbarkeit" zu tragen. Wenn wir unser vor uns liegendes Leben betrachten, dann können wir so vieles entdecken, wofür wir dankbar sein können. Davids Psalmen vermitteln auch noch weitere getönte Brillen: die rote für die Liebe, die blaue für das Reinwerden, aber auch die graue, wenn Gott ganz fern scheint. Auch wenn wir diese graue Brille aufhaben (müssen), dürfen wir das zu Gott aussprechen, wie auch David das getan hat. Lassen wir doch einen Grundton der Dankbarkeit in unser Leben fließen und mutig jeden Tag etwas entdecken, und sei es noch so klein, wofür wir danken können.

Mirjam Breitling

Er sättigt die dürstende Seele - was unsere Seele zum Leben braucht

Ein sonniger Sonntagnachmittag, eine einfühlsame Predigt und tiefgründige Lieder - der OASE-Gottesdienst im Stiftshof unter dem Titel "Er sättigt die dürstende Seele - was unsere Seele zum Leben braucht" war ein gelungener Übergang vom Wochenende in die neue Woche. Markus Schwab ist nicht nur Pfarrer, sondern auch personenzentrierter Berater und in seiner Funktion als Notfallseelsorger in Kriseninterventionsteams verbindet er beide Berufe miteinander. So nahm er in seiner Predigt auch einen aktuellen Bezug auf den schrecklichen Absturz des Flugzeugs über den französischen Alpen und zeigte auf, dass der Glaube durch Krisen trägt. Ein Anspiel zur Bibelstelle Johannes 4 im Neuen Testament führte in das Thema ein - Jesus reicht der Samariterin am Jakobsbrunnen das "lebendige Wasser" des Glaubens, das länger den Durst stillt als alles andere und durch das Leben und seine Krisen trägt.  

 

Marina Schnabel

Wenn nichts mehr geht! Vom Umgang mit Lebens- und Leistungsstress

Immer mehr Menschen fühlen sich ausgebrannt und überfordert - wie soll ich damit umgehen, wenn bei mir der Punkt erreicht ist, an dem nichts mehr geht?

Unser letzter "OASE"-Gottesdienst ging dieser Frage nach. Als Referenten hatten wir uns Detlef Krause, Direktor der Liebenzeller Mission, eingeladen - ein Mensch mit vollem Terminkalender, der Stress in seinem Leben schon in vielerlei Form erlebt hat. Was er uns zu sagen hatte, sprach daher die Besucher sehr an, vor allem, weil er viele eigene Beispiele aus seinem Leben beisteuern konnte.

Zunächst machte er klar, dass Stress zum Leben dazu gehört: ohne Spannung kann der Bogen den Pfeil nicht wegschicken, ohne Widerstand kann ein Muskel nicht wachsen. Doch oft kommen Aufgaben oder schwierige Situationen ungefragt auf uns zu - was dann?

Als einen Punkt führte Pfarrer Krause an: "Entlaste deine Seele bei Gott!" - Wir dürfen alles in Gottes Händen wissen. Danach ist es ebenfalls wichtig, sich einen Überblick zu verschaffen: ist der Streß vielleicht selbst gemacht? In einer Auszeit darf ich meine persönliche Einstellung und die Umstände überprüfen: Was macht mein Leben aus? Was genieße ich? Lebe ich oder werde ich gelebt?

Wenn ich mich so selbst besser verstehe, kann ich auf meine innere Haltung achten. Denn: meine Gedanken bestimmen mein Reden, Denken und Handeln. Wenn ich beginne für Gutes zu danken, verändere ich meine innere Haltung, die mir Stress verursacht. Das erfordert natürlich auch Übung.

Pfarrer Krause machte uns Mut, unser Leben zu gestalten, lernen "Nein" zu sagen und Dinge abzugeben. Es ist gut, seinen eigenen Rhythmus zu finden. Und was besonders wichtig ist: die Pflege von Beziehungen! Ein Netzwerk von Familie und Freunden lässt uns nicht allein und hilft uns auch, etwas für unsere Gesundheit zu tun.

Und so wünschte uns die Band zum Schluss im Lied: "I can see clearly now the rain is gone -- It's gonna be a bright sun shiny day!"

Mirjam Breitling

Jesus nachfolgen: "Was bringt´s - was kostet´s?"

Mitsehen, mitgehen, mitleiden, mitarbeiten - Pfarrer Falk Schöller erläuterte den ca. 60 Besuchern des Oase-Gottesdienstes die 4 Kernfelder der aktiven Christusnachfolge  in seiner Predigt.

Pfarrer Schöller, früher in Böblingen, kam extra aus dem hohen Norden, nämlich aus Bremen angereist, und machte deutlich, dass jeder Mensch an seinem Platz, mit seinen Gaben und in jedem Augenblick seines Lebens in die Nachfolge Jesu treten kann.

Nicht nur studierte Theologen sind in der aktiven Nachfolge gefragt, nein, jeder einzelne Christ, sei es als Handwerker oder als Pflegekraft, als Müllmann oder Lehrer, als Hausfrau und Mutter oder Ingenieur... Jeder ist gefragt und gefordert.

Marina Schnabel

ABENTEUER CHRIST SEIN

Für viele Besucher des OASE-Gottesdiensts war wegen des Stadtlaufs die Anreise bereits ein kleines Abenteuer. Doch wer sich auf den Weg gemacht hatte, erlebte wieder einen fröhlichen Gottesdienst der anderen Art.

Unsere Referentin, Schwester Teresa, beglückte uns mit ihrer fröhlichen und begeisternden Art mit viel Freude und Ermutigung für den Alltag. Ihre Leidenschaft strahlt aus ihr heraus und hat uns angesteckt.

Von ihren fünf Schritten kam besonders einer gut an: Ungewöhnliches gegen die Gewohnheit tun! So gab Schwester Teresa uns zwei Hausaufgaben mit: demjenigen oder derjenigen, die daheim auf uns warten, Liebe zeigen - und dann einfach mal einen Fremden anlächeln.

Wenn Sie also demnächst jemand unvermutet anstrahlt, könnte diese/r ein/e Besucher/in des letzten OASE-Gottesdienstes sein. Lächeln Sie doch einfach zurück. Vielleicht ergibt sich ein interessantes Gespräch.

Mirjam Breitling

ICH WILL JA NUR DEIN BESTES

Zu Gast war der bekannte Psychologe und Seelsorger Dr. Ulrich Giesekus, um über das Thema Ich will ja nur Dein Bestes zu referieren. Nach seinem Studium der Psychologie und Praxis der Psychotherapie ist Dr. Giesekus seit 1988 in der Aus – und Weiterbildung von Beratern und Seelsorgern tätig. Als Referent und Seminarleiter ist er für seine humorvolle und lockere Art bekannt, welche jedoch nie auf Kosten der Inhalte seiner Vorträge geht. Er versteht es komplizierte Zusammenhänge so zu erklären, das sie verständlich werden.

*Ich will ja nur Dein Bestes* Was genau verstehen wir unter diesem Satz? Wenn wir z.B. sagen: Nimm Dir eine Jacke mit, es wird kühl“, so sind wir weniger besorgt um den anderen, eher wollen wir ihn bevormunden, ihm sagen was er zu tun hat. Mit der Bitte „nicht über den Rasen zu laufen, da er frisch gesät ist“, liefern wir ihm eine Begründung für unseren Wunsch und begegnen unserem Gegenüber damit auf Augenhöhe. So sind es meist feine Nuancen der Kommunikation die den Unterschied machen zwischen Fürsorge und Bevormundung. Zitat Herr Dr. Giesekus: Dass jemand meine Bestes im Sinn hat ist wirklich ein großartiges Geschenk. Dass jemand für mich entscheidet, was besser ist, ist die Entmündigung.“

Wie Verhält sich das nun in unserem Alltag und dem Leben mit Gott? Wenn Gott uns z.B. sagt, das wir uns warm anziehen müssen, so bevormundet er uns nicht, sondern bereitet uns darauf vor, was kommt und fördert dadurch unsere Handlungsfähigkeit. Das Beste für andere zu wollen, heißt aber nicht immer, das es auch Das Beste für uns selber ist. Viel mehr geht es dabei auch um Loslassen, Loslösung, Abschiede in Kauf zu nehmen. So müssen sich Eltern irgendwann von Ihren Kindern loslösen. Erkennen, das Sie ihre eigenen Entscheidungen treffen müssen. Erwachsen werden bedeutet, auch den eigenen Weg zu finden im Glauben, im Lebensstil, der Persönlichkeit und in Beziehungen. Zitat Herr Dr. Giesekus: Und wenn wir dann selbst erlebt haben, das auch Krisen und Scheitern zu dem Weg gehören und irgendwann verstehen, dass „denen die Gott lieben, alle Dinge zum besten dienen“ so ist das mit Staunen verbunden. Mit dem Vertrauen in einen Gott, von dem ich mich nicht ablösen will, sondern mit dem ich gern verbunden und verbündet bin. Und wenn er weiß, was gut für mich ist – auch wenn ich es manchmal anders sehe – dann nicht, weil er mich entmündigt, sondern weil er mein Vater ist und Ich sein Kind!

Hermann Hesse schrieb einst: Kaum sind wir heimisch in einem Lebenskreise // und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen, // nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, // mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Dies ist nur ein kleiner Auszug aus dem Vortrag von Herrn Giesekus. Der vollständige Vortrag ist erhältlich auf CD über die Martinsgemeinde (Tel.07031/283465).