Renovierung im 20. Jahrhundert

Von Wahlter Kohler gestaltete Chorfenster, sie zeigen Szenen aus dem Leben Jesu Christi

Im Jahr 1926 erfolgt in der Martinskirche die Außensanierung. Die deckende Putzschicht wird entfernt und zeigt den romanischen Quaderbau in seiner ursprünglichen Gestalt mit den vielen Änderungen aller Jahrhunderte. Dadurch wurden auch die kleinen Rundbogenfriese wieder sichtbar, welche die Seiten- und Hochschiffwände begleiten, aber an den Giebeln nicht vorhanden sind.

 

Als im Jahr 1933 eine weitere Renovierung der Martinskirche anstand. lautete die für die damalige Zeit typische Inschrift an den Blendfenstern zur Sakristei: »Im Jahre des Heils in geschichtlich großer Zeit, im 450.Geburtsjahr Martin Luthers wurde diese Kirche renoviert.« So spiegelte sich die politische Situation in der Kirche wieder – auch in der Tatsache, dass die Inschrift 1945 wieder entfernt wurde.

Die Renovierungsarbeiten umfassten damals die folgenden Arbeiten:


• Die Westwand der Kirche hing nach außen und die südliche Obergadenwand war aus dem Lot; als vorbeugende Maßnahme wurden die letzten Arkaden im Westen vermauert.


• Das Mittelschiff mit seinen Pfeilern und Kantensäulen, die Tannenbohlen der Mittelschiffdecke und der Chorraum wurden vom Putz und den Ausmalungen befreit, dadurch entstand ein neues Raumerlebnis, auch im Chorraum.


• Die drei Chorfenster wurden neu gestaltet. Die von Walter Kohler in der Tradition der mittelalterlich erzählenden Bilder bemalten Fenster zeigen 24 Szenen aus dem Leben Jesu Christ

• Die Emporen in den Seitenschiffen wurden zu den Apsiden verkürzt und die von Leins eingebauten neoromanischen Brüstungen mit Kiefernholzplatten abgedeckt.

Renovierung in den Jahren 1973/1974

Altarraum der Martinskirche: Abendmahltisch, Kanzel sowie das alte Kruzifix am neuen Hohlkreuz wurden von Franz Bucher geschaffen.

Bei der großen Renovierung 1973/74 unter Prof.Stockburger wurden parallel zu archäologischen Grabungen in und um die Martinskirche zwei Betonpfeiler in die Westwand integriert und wie alle Mittelschiffpfeiler mit Betonfundamenten stabilisiert.

  • Sämtliche Emporen wurden entfernt und die neue Westempore, abgelöst von Pfeilern und Wänden, eingebaut.

  • Der Putz an den Seitenschiffen wurde entfernt und die neoromanischen Bänke durch Stühle ersetzt.

  • Die Altarzone wurde wesentlich vergrößert. Ein Abendmahltisch, die neue Kanzel sowie das alte Kruzifixus am neuen Holzkreuz wurde von dem Bildhauer Franz Bucher geschaffen.