Der Heilige Martin von Tours

St. Martin war ein aus Pannonien (dem heutigen Ungarn) stammender, in Gallien stationierter römischer Gardeoffizier, der im Jahr 372 zum Bischof von Tours geweiht wurde.

Er habe, so berichtet die Martinslegende, seinen Offiziersmantel vor dem Stadttor von Amiens mit dem Schwert in zwei Teile geteilt, um ihn mit einem frierenden Bettler zu teilen.

Um der Wahl zum Bischof zu entgehen, habe er sich in einem Gänsestall versteckt, sein Versteck sei aber vom Geschnatter der Gänse verraten worden; daran erinnert die »Martinsgans«.

Seine durch alle Zeiten und durch alle christlichen Konfessionen reichende Popularität, wie sie kaum ein anderer Heiliger genießt, verdankt er dem Ideal des ritterlichen Wohltäters, das er verkörpert, als Sinnbild für die christliche Tugend des Teilens mit Bedürftigen und im übertragenen Sinn als Sinnbild für die helfende Anteilnahme am Leid anderer.

Er war im frühen Mittelalter der Schutzpatron des merowingisch-karolingischen Frankenreichs und ist bis heute der französische Nationalheilige.