Vorgeschichte der Martinskirche

Für die Zeit der Römer und Alemannen in Sindelfingen lassen sich nur wenige Funde im Bereich des Stiftsbezirks nachweisen.

Funde römischer Ziegel deuten darauf hin, dass sich im heutigen Stiftsbezirk, ein römischer Gutshof, eine villa rustica, befand. Es ist davon auszugehen, dass die römische villa rustica von den Alemannen übernommen wurde, wie das häufig der Fall war. Daraus konnte sich in der Folgezeit ein Herrensitz entwickeln, zu dem schon in vorchristlicher Zeit eine Kultstätte gehörte.

Für diese Annahme spricht, dass die ersten Kirchen an der Stelle solcher Kultstätten entstanden sind und die erste Kirche im Bereich des Stiftsbezirks bereits im siebten Jahrhundert errichtet wurde.

Dies ist allerdings nur eine Annahme, für deren Richtigkeit keine Beweise vorliegen, da es für diesen Zeitraum keine schriftlichen Überlieferungen gibt.

Die erste Martinskirche stand in der Zeit um das Jahr 700 auf der Anhöhe des späteren Stiftsbezirks. Dies lässt sich aus der Tatsache schließen, dass 1973 unter der heutigen Kirche ein Gräberfeld mit 81 Gräbern aus der Zeit der Wende vom siebten zum achten Jhd. entdeckt wurde. Dass es sich bei den Gräbern um einen christlichen Friedhof handelte, lässt sich aus der Tatsache ableiten, dass die Toten mit Blick nach Osten bestattet wurden.

Weiterhin kann man annehmen, dass in der Nähe dieses Friedhofs eine Kirche gestanden hat, denn ein Friedhof wurde stets neben einer Kirche angelegt.