Fusionierte Martinskirchengemeinde

Die Beschlüsse sind von beiden Kirchengemeinderatsgremien gefasst.

Die evangelische Goldberggemeinde und die evangelische Martinskirchengemeinde fusionieren.

Beide Gremien haben gemeinsam beraten und dann in getrennten Sitzungen die Fusion beschlossen.
Ein sensibles Thema war der Namen für die fusionierte Kirchengemeinde. Vor allem in der Martinskirchengemeinde hat der Vorschlag „Stiftsgemeinde“ zu engagierten Diskussionen und im Nachgang zur Gemeindeversammlung zu deutlichem Widerspruch geführt. Umso überraschender war, dass der Kirchengemeinderat der Goldberggemeinde in Unkenntnis der Diskussionen in der Martinskirche mehrheitlich für Martinskirchengemeinde gestimmt hat. Jedoch wurde die klare Sorge davor geäußert, „dass wir nicht einfach geschluckt und vergessen werden“.

Erste Überlegungen zum Zusammenwachsen beinhalten Vorschläge wie, Gemeinsame Feste und Ausflüge in Auge zu fassen, Austausch – und Begegnungstreffen zwischen den ehrenamtlichen Verantwortlichen zu organisieren.

Der Konfirmandenunterricht wird schon gemeinsam gestaltet. Einig ist man sich darin, dass es zu einem selbstverständlichen Hin und Her kommen muss. Konzeptionell muss bedacht werden, welche Art von Treffen und Veranstaltungsangebot besser ins Gemeindezentrum auf dem Goldberg, in die Martinskirche, in den Stiftshof oder ins Markuszenrtum passt. Im Dezember 2019 wurde ein neuer gemeinsamer Kirchengemeinderat gewählt, der sich um die Herausforderungen der gemeinsamen Gemeinde und eine Neukonzeption des kirchlichen Gemeindelebens befassen wird.

 

 

Fusionsgottesdienst der neuen Martinsgemeinde - 19.01.2020

„Gemeinsam unterwegs - gemeinsam aufbrechen“ - unter diesem Motto begann die neue Martinsgemeinde, bestehend aus der früheren Goldberggemeinde und der Martinsgemeinde, mit dem neuen Kirchengemeinderat und einem fulminanten Fest ihre gemeinsame Zukunft.

Mit einem mächtigen Cajon-Schlag zogen der neugewählte Kirchengemeinderat und die beiden Pfarrerinnen und beiden Pfarrer in die vollbesetzte Martinskirche ein. Daniel Tepper an der Orgel und die Hanke Brothers sorgten auf der Empore von Anfang an für eine fröhliche Stimmung. Die Seelsorger der beteiligten Gemeinden hatten sich die Aufgaben während des Gottesdienstes aufgeteilt: Pfarrerin Margret Remppis begrüßte die Gemeinde. Jens Junginger las die Geschichte von Mose, der die Last seiner Aufgaben auf 70 Älteste verteilen soll, und den Paulus-Text, der die Gemeinde als einen Leib mit verschiedenen Gliedern beschrieb. Dr. Beate Kobler verdeutlichte diese Aufgabenteilung in ihrer Predigt und der geschäftsführende Pfarrer Jun­ginger unterstrich dies noch mit passenden Sprüchen bei der Einsetzung des neuen Gremiums.

Aus den zwölf Mitgliedern des vorigen Kirchengemeinderats der Martinskirche und den sieben vom Goldberg ist nun ein Gremium aus zwölf Personen entstanden, wobei drei vom Goldberg dabei sind, nämlich Petra Länder, Christoph Natzschka und Stephanie Jaskolka. Von der schon mit der Markusgemeinde fusionierten Martinskirche gehören ihm Christine Arndt, Immo Bachmann, Mirjam Breitling, Ilke Büchler, Henriette Huster-Braumann, Irma Oechsle, Thomas Speer, Sylvia Weller-Pahl und Martin Wenger an. Junginger freute sich, dass diese Personen in geringer wer­dender Relevanz der Kirche motiviert sind, neue Wege auszuloten, um die Bedeutung der biblischen Botschaft in die Welt zu tragen. Pfarrer Manuel Hörger segnete sie und lud die ganze Gemeinde ein, zum Mittagessen in der Kirche zu bleiben und anschließend an der Rundfahrt auf den Goldberg und in die Viehweide teilzunehmen.

Das war etwas Neues, an Tischen in den Seitenschiffen Erbsensuppe mit oder ohne Würstchen zu löffeln und sich unterhalten zu können, bis der Bus vorfuhr. In der Versöhnungskirche - wieder in der Kirche! - wartete der Nachtisch. Pfarrerin Remppis erzählte über die von Architekt Rall 1967 erbauten Kirche, die Versöhnungskirche heißt, weil sie auf dem Gelände der Schlacht im Bauernkrieg steht. Und von den Kerzen, die seit dem großen Taizé-Treffen 1999 bei jedem Gottesdienst entzündet werden. Sie verwies auf die von Gabriele Wagner gefertigten Himmelsleiter und erklärte den Wandbehang von Sieglinde Wilk, deren 49 Einzelbilder ein Kreuz in der Mitte bilden. Er hing schon als Leihgabe zu Pfarrer Hermanns Zeiten dort. Pfarrer Mittler hat ihn später gekauft. Bis 29. Januar ist auch noch die Ausstellung „Lörsen“ (lesen, hören, sehen) zu entdecken. An die große Orgel setzte sich Elisabeth Hülsmann, als die Gäste mit dem Lied „Bewahre uns Gott“ verabschiedet wurden.

Weiter ging es durch die neue große Martinsgemeinde. Im Markuszentrum duftete nicht nur der Kaffee, die Mitglieder der gastierenden Bible-Church luden immer neue Köstlichkeiten aufs Büfett. Nach ihrem eigenen Gottesdienst begrüßten Benjamin Williams am Klavier und Regine Wetstein mit der Geige die Gäste. Und Kai-Uwe Höss erzählte, dass sie nach den Schwierigkeiten, in Stuttgart einen Raum zu finden, 2003 von Pfarrer Markus Schoch aufgenommen wurden. Zwischen 50 und 60 Mitglieder zählt die Freikirche, die aus amerikanischen Soldaten, Firmenangehörigen und Studenten besteht. Die Stimmung war hier ebenso gelöst, wie an den beiden anderen Standorten. Kommende Woche tritt der neue Kirchengemeinderat zusammen und beginnt seine Arbeit.

(Text von Renate Lück)